Nachhaltig und mit Liebe nähen

Schnittmuster: Kimonobluse | Foto: Monika Lauber

Diese Etiketten zum Einnähen kennt ihr sicherlich auch “mit Liebe genäht” oder so steht da drauf mit möglichst vielen Herzen. Ich glaube, sie werden genutzt, um Menschen, die mit Selbstgenähtem beschenkt werden, den Wert des Selbstgemachten näher zu bringen. Aber vermutlich näht keine von euch solche Etiketten in Kleidung, die sie für sich selbst näht, oder?!

Als ich im Erwachsenenalter wieder zu nähen begann, nähte ich zunächst eine Hose für mein Kind. Es war eine Schlaghose und das war zum Zeitpunkt, als das Kind laufen lernte, keine besonders gute Idee. Das Kind weinte immer, wenn ich mit der Hose ankam, weil es bei den Laufversuchen zuverlässig über die zu weiten Beine stolperte. Also beschloss ich, fortan für dankbareres Publikum zu nähen und nähte fast nur noch für mich.

Es gab Phasen, in denen ich wie im Rausch ein Kleidungsstück nach dem anderen nähe. Doch immer öfter gibt es andere Phasen, in denen ich kaum Zeit habe, die Nähmaschine auszupacken. Erstaunlicherweise nähe ich wenn ich wenig Gelegenheit zum Nähen habe aber gerne kompliziertere Nähprojekte – vielleicht weil ich ohnehin nicht die Hoffnung auf einen schnellen Instant-Näherfolg habe. So, wie ich die letzten vier Wochen an meiner Kimonobluse nähte. Das ist kein Ding für einen schnellen Erfolg, aber um so schöner ist es, wenn sie fertig ist.

Materialisierte Liebe für mich

Statt mich zu grämen dachte ich beim Nähen, wieviel nachhaltiger diese Art des langsamen, entschleunigten Nähens ist, als die Serienproduktion einfacher Nähwerke. Wenn so viele Stunden Arbeit in diesem Kleidungsstück für mich (!) stecken, dann ist das materialisierte Liebe: ein wirklich großes Geschenk an mich selbst!

Genauso geht es mir, wenn ich mir die Zeit nehme, Schnittmuster für mich anzupassen. Klar, nervt das manchmal, denn auch ich bin der Hektik des Alltags all zu oft gefangen und will schnell schnell ein Ergebnis in der Hand haben. Aber wenn ich meine Maße berücksichtige und aus einem für alle produzierten Schnittmuster einen Maßschnitt für mich mache, dann ist das nicht nur ein Geschenk, ein Zeichen der Liebe an mich. Mehr noch: ich nehme mich wahr und ich nehme mich an, wie ich bin. Diesen wertvollen Menschen schmücke ich mit einem schönen Kleidungsstück. Was kann es schöneres geben?!

Schnittmuster: Kimonobluse | Foto: Monika Lauber

Mehr zum Entstehungsprozess der rot-weiß-gestreiften Kimonobluse, die von weitem ganz rosa aussieht, gibt es in den nächsten Tagen hier auf blog.crafteln.de.

Du möchtest auch gerne Schnittmuster zu Maßschnittmustern machen? Der erste Schritt dazu ist die Größe auszuwählen, bei der du am wenigsten Änderungen machen mußt. Wie das geht, das zeige ich dir in meinem Onlinekurs “Auf Nummer sicher”, der am 16. März 2018 startet. 

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