Hinter den Kulissen: Service

Vor ein paar Tagen las ich etwas, was ich mir ungefähr so merkte:  “Wenn wir besseren Service hätten, bräuchten wir kein Marketing”. Das hallte in mir stark nach, weil ich gerade das Gefühl habe, unterirdisch schlechten Service zu liefern. Meine To-do-List wird von Tag zu Tag länger, ich komme einfach nicht mehr hinterher alle diese Aufgaben zu erledigen, die ich mir vorgenommen habe. Ich schaffe es nicht mehr Mails zeitnah zu beantworten, mußte bei der Abgabe des Buchmanuskriptes um eine Woche Verlängerung bieten und und und. Ich komme nicht mehr hinterher und überlasse hier und da und immer mehr kleine schlechte Eindrucke.

Dann denke ich “wie wahr!”. Das kann doch nicht sein, dass du mit den Menschen, die dir verbunden sind, die sich für deine Produkte und Inhalte interessieren, so umgehst, Du mußt sie doch glücklich machen! Doch crafteln bin nur ich. Wenn es Aufgaben gibt, gibt es in den allermeisten Fällen niemand anders, der sie übernehmen könnte. Und wenn ich etwas delegiere, dann kostet mich das oft eine Menge Geld. Also bemühe ich mich noch ein bisschen mehr, arbeite noch länger, lasse noch mehr Wochenende und Feiertage sausen und arbeite. Doch das Gefühl, nicht hinterher zu kommen, immer noch nicht alles zu schaffen, begleitet mich.

Im Podcast von Mira Giesen hörte ich von der “Mülltonnenkrankheit”: wenn einer die Mülltonne am falschen Tag rausstellt, dann denken die anderen, dass das schon seine Richtigkeit haben muß und stellen ihre auch raus. So geht es mir auch, wenn ich sehe, was andere machen: bloggen, Instagram, Pinterest und dann noch ein Podcast. Ich hechele hinterher, mache das Spiel mit und stelle meine Mülltonne auch raus.

Nachher gehe ich zu der Beerdigung eines Mannes, der so alt ist wie ich. Ein Selbstständiger, der am Wochenende ins Büro fuhr, um noch was zu erledigen und davon nicht zurück kehrte. Und dann denke ich, dass irgendwas falsch läuft und hoffe, dass ich mich auch morgen noch daran erinnere, wenn ich eine Mülltonne sehe und auch, wenn nicht.

Tiptop mit Belegen

Tiptop, Oberteil Webware

Das Tiptop löste bei meinen Probenäherinnen vom Team Crafteln einen enormen Kreativitätsschub aus. Vielleicht, weil wir alle den gleichen  Vichy-Karo-Baumwoll-Stoff von Pepelinchen hatten und das Projekt in der Hinsicht einen Rahmen hatte? Jedenfalls war ich begeistert, als “aus der Reihe getanzt wurde”, also auf einmal Bilder zu mir kamen, die ganz anders aussahen, als ich sie mir vorgestellt hatte. Das ist großartig, denn wie in der Anleitung steht: Mit dem Tiptop möchte ich euch zum Spielen einladen.

Das Schnittmuster für das Tiptop gibt es noch bis zum 24.5. gratis, wenn du dich in den Newslettern von crafteln mit diesem Link einträgst. 

Hier nun ein Gastbeitrag von Anja vom Blog Nordendnaht, die das Tiptop mit einem Halsbeleg (und mit Taillenabnähern) genäht hat und uns freundlicherweise ein Tutorial geschrieben hat, wie sie den Beleg eingebaut hat. 

Tiptop mit Beleg

Das TipTop ist ein schlichtes Basic Oberteil, das einem Oberteilgrundschnitt nahe kommt. Der Nähprozess ist sehr einfach gehalten, von daher werden die Säume jeweils nur umgeklappt. Das gefällt mir am Ausschnitt nicht, weswegen ich in meiner Version hinten und vorne einen Ausschnittbeleg ergänzt habe. Zum einen habe ich dann keine Naht am Ausschnitt, zum anderen ist der Ausschnitt verstärkt und liegt besser, sieht besser aus.

Und zwar geht das folgendermaßen:

Ich habe 2 (oder 3, aber eigentlich kann man den hinteren Beleg in einem zuschneiden und muss ihn nicht an der mittleren Rückennaht teilen, also 2) zusätzliche Teile aus meinem Stoff zugeschnitten. Weitere 2 Teile habe ich aus aufbügelbarer Vlieseline (die in etwa die Stärke meines Stoffes hat) zugeschnitten. Die Schnittteile ergeben sich (in der Skizze unten in Rot) aus den Schnittteilen des TipTop.

Unten die Schnittteile des TipTop, die Schnittteile und die Belege sind rot markiert, sie können hinten zusammen im Stoffbruch zugeschnitten werden.

Zusätzlich werden die grünen Schnittteile aus Vlieseline zugeschnitten. Dabei lasse ich an allen Rändern einen kleinen Rand. Die Vlieseline wird dann auf die beiden Stoffteile auf die linke Seite (im folgenden Belege) aufgebügelt. Dabei drückt man das Bügeleisen auf die Teile und schiebt es nicht hin und her. Anschließend müssen die bebügelten Belege erkalten.

Wenn das TipTop fast fertig ist (also laut Anleitung an der Stelle, wo ich den Ausschnitt säumen soll), nähe ich mein hinteres und mein vorderes Belegteil an den Schulternähten rechts auf rechts zusammen und bügele diese Naht auseinander.

Beim Beleg wird viel gebügelt und meines Erachtens hängt es vom sehr ordentlichen Bügeln ab, ob der Beleg hinterher schön innen bleibt und nicht nach außen klappt. Auch wenn ich Bügeln nicht sehr liebe, richtig ist: Gut gebügelt ist halb genäht!

Der zusammen genähte Beleg wird jetzt rechts auf rechts auf den (laut Anleitung vorher mit einer Stütznaht versehenen) Ausschnitt gesteckt, erst an der Schulter, dann zu den Mitten hin, wenn es nicht ganz passt, schiebt man die Kanten so, dass es passt. Ganz notfalls (dann hat man die Stücke wahrscheinlich nicht gut vom Schnitt abgepaust und nicht identisch zugeschnitten) schneidet man noch ein bisschen an Beleg oder Ausschnittkante ab, damit es passt. Mit kurzer Stichlänge näht man den Beleg rund herum auf den Ausschnitt.

Nun kürzt man die Nahtzugabe (nicht den Beleg), alternativ / zusätzlich kann man die Rundung mit kleinen Schnitten einschneiden, damit sie sich später gut legt. Dieser Arbeitsschritt kann ein wenig fummelig sein, je nachdem, wie dünn der Stoff ist, daher muss man aufpassen, nicht in den Stoff zu schneiden.

Nahtzugabe und Beleg werden jetzt zusammen vom Oberteil zur Ausschnittmitte hin gebügelt.

Dann wird der Beleg auf der Nahtzugabe knapp neben der vorhandenen Naht festgesteppt (dies nennt man Untersteppen), am besten von links, damit man die Nahtzugabe immer gut im Blick hat. Dies wird gemacht, damit der Beleg später schön nach innen fällt.

Zuletzt wird der Beleg nach innen gewendet und gut gebügelt. Die Nahtlinie liegt dabei eher innen als außen, damit sie nicht von außen zu sehen ist.

Und von der rechten Vorderseite:

Es gibt im Netz auch Fotoanleitungen und Videos zu dem Thema. Meldet euch gerne bei Fragen. Gruß aus Frankfurt Anja

Super Idee, oder? Vielen Dank für das schöne Tutorial, liebe Anja!  Mehr Gastbeiträge zum Tiptop mit Ideen/Tutorials meiner wunderbaren Probenäherinnen folgen.

Schreibe auch du einen Gastbeitrag!

Hast du Lust, auch mal einen Gastbeitrag auf crafteln zu schreiben, weil du einen kreativen Umsetzungsvorschlag zu unseren Schnittmustern hast? Dann schreibe mir gerne eine Mail mit deinem Themenvorschlag an fragen ät crafteln punkt de. Jeder veröffentlichte Beitrag bekommt als kleines Dankeschön nicht nur etwas Bekanntheit sondern auch einen Gutschein für ein Schnittmuster von crafteln nach Wahl. 

Onlinekurs “Schnittmuster anpassen für Einsteigerinnen”

Schon gesehen? Es gibt jetzt auch einen Onlinekurs zum Thema „Schnittmuster anpassen“ für Einsteigerinnen. Geballtes Wissen, das ich mir jahrelang erarbeitet habe, didaktische aufbereitet in 5 kompakten Modulen. In 28 Tagen kannst du Schnittmuster zu Maßschnittmustern machen. Du lernst bequem von zu Hause über das Internet, wann immer du Zeit findest und brauchst für jedes Modul nur ca. 2 Stunden. In der Gruppe tauschen wir uns aus und ich stehe dir 28 Tage lang für Fragen zur Verfügung.

10 Plätze für den Kurs gibt es maximal bis zum 23.5. zum Frühbucherinnen-Preis. Also zögere nicht zu lang. Hier kommst du mehr Informationen und zur Anmeldung.

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Tiptop mit Gürtel (Tutorial)

 

Das Tiptop löste bei meinen Probenäherinnen vom Team Crafteln einen enormen Kreativitätsschub aus. Vielleicht, weil wir alle den gleichen  Vichy-Karo-Baumwoll-Stoff von Pepelinchen hatten und das Projekt in der Hinsicht einen Rahmen hatte? Jedenfalls war ich begeistert, als “aus der Reihe getanzt wurde”, also auf einmal Bilder zu mir kamen, die ganz anders aussahen, als ich sie mir vorgestellt hatte. Das ist großartig, denn wie in der Anleitung steht: Mit dem Tiptop möchte ich euch zum Spielen einladen.

Das Schnittmuster für das Tiptop gibt es noch bis zum 24.5. gratis, wenn du dich in den Newslettern von crafteln mit diesem Link einträgst. 

Hier nun ein Gastbeitrag von patchworkangel(a), die das Tiptop hin und wieder mit einem Gürtel tailliert und uns freundlicherweise ein Tutorial geschrieben hat. 

“…wie versprochen, heute hier eine Schnellanleitung für den Gürtel zum Top mit aufgenähtem Patch.

  1. Taillengröße messen + 20 cm = Gürtellänge aus Stoff zuschneiden.
  2. Breite des Gürtels ca. 10 cm: dafür zwei 11 cm breite Stoffteile in Gürtellänge zuschneiden.
  3. 10 cm breites und x cm langes Vlieselineteil (z.B. H200) zuschneiden, damit der Gürtel stabil bleibt.
  4. Die Vlieseline auf die Rückseite des Gürtelvorderstreifens bügeln.
  5. Nun mittig das Patchteil auf das vorbereitete Gürtelvorderteil aufbügeln.
  6. Mit einem Transparentfaden (Fadenspannung reduzieren) mit kleinen Zickzackstichen der Nähmaschine das Pachteil ringsherum festnähen.
  7. ggf. zwei Paspeln in o.g. Gürtellänge zuschneiden.
  8. Die beiden Paspeln mit dem Reißverschlussfüßchen rechts auf rechts auf den Gürtelvorderseitestreifen in die Nahtzugabe nähen.
  9. Nun beide Gürtelstreifen rechts auf rechts aufeinanderlegen, stecken, in einer kurzen Seite eine Wendeöffnung lassen (die Paspel zeigt nach innen) und zusammennähen.
  10. Durch die Wendeöffnung das Gürtelteil wenden, ausformen und bügeln, dabei die offene Kante der Wennöffnung knappkantig einschlagen und von Hand oder mit der Nähmaschine schließen.
  11. Mit 3 Kam Snaps (Plastik-Druckknöpfe) oder Knopf mit Knopfloch oder Haken und Ösen oder… auf die eigene Taillengröße zugemessen verschließen – fertig!

Super Idee, oder? Vielen Dank für das Tutorial, liebe Angela!

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Gastbeitrag: “Zuhause im virtuellen Klassenzimmer” – meine Erfahrungen aus einem crafteln-Onlinekurs

Onlinekurs, Onlinekurse, crafteln

Last call for flight “Nichts klafft mehr” – morgen, am Mittwoch Abend, startet der FBA-Onlinekurs mit einem Webinar, das bedeutet, jetzt ist wirklich die allerletzte Möglichkeit, noch an Bord zu kommen. Ich weiß, der Mai ist voller Feiertage und die Sonne scheint so schön, aber ich weiß noch nicht, wann es den Kurs zum nächsten Mal geben wird. Wenn du also noch diesen Sommer gut passende Oberteile tragen möchtest, dann raff dich auf und komme noch in den betreuten Onlinekurs. Wie das so ist, in einem Onlinekurs zu lernen, das kann dir eine ehemalige Teilnehmerin viel besser erzählen, als ich. Deswegen freue ich mich sehr, dass Katti mir angeboten hat, euch von ihren Erfahrungen in meinem Kurs “Auf Nummer sicher” vor ein paar Wochen, zu berichten. Bühne frei für Katti Rocksaum:

Hallo. Ich freue mich sehr, heute einen Gastbeitrag für Meike schreiben zu dürfen. Mein eigener Blog ist ziemlich klein und leider auch ziemlich vernachlässigt, weil mich allzu oft Kinder, Haushalt, Arbeit, Garten, Ehrenamt und natürlich das Nähen vom Schreiben und vor allem dem Fotografieren abhalten. Ich blogge also hin und wieder als Katti Rocksaum unter rocksaum.blogspot.de. Zum Glück nähe ich viel mehr, als ich blogge! Und schon mehrmals durfte ich sogar für Meike einen neuen crafteln/stoxk-Schnitt probenähen, was mir immer sehr viel Freude bereitet hat.

Ninjashirt, Katti Rocksaum

Meike fragte in der Probenähgruppe, ob jemand Lust hat, an ihrem Onlinekurs teilzunehmen. Das Angebot fand ich spannend, also bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habe einfach mal mitgemacht ohne jede Ahnung, was auf mich zukommt. Von dieser Erfahrung möchte ich euch heute etwas erzählen.

In dem Anfangswebinar haben wir uns als Gruppe kennengelernt

Leider habe ich das Anfangswebinar versäumt, konnte es mir aber nachträglich als Aufzeichnung noch anschauen. Dabei geht es in erster Linie darum Meike und die anderen Teilnehmerinnen, sowie das Prozedere des Kurses etwas kennenzulernen. Meike ist live zu sehen und zu hören, während alle anderen zuschauen und zuhören und in einer Chatfunktion Kommentar und Fragen schreiben können. Die sieht dann jeder unter dem Video. Nicht alle haben den Weg in die Onlinekonferenz sofort unproblematisch gefunden, aber es zeigte sich schon da, dass wir ein gutes Team sein würden, denn nicht nur Meike hat jede mögliche Unterstützung aus der Ferne angeboten, sondern es haben auch erfolgreich eingeloggte, den anderen Frauen den Weg gezeigt. Total lustig fand ich Meikes „Kennenlernspiel“, bei dem sie zwei Möglichkeiten vorgegeben hat und jede hat ihre Wahl in die Kommentare geschrieben. Also in etwa so: „Jersey oder Webware?“, „kürzen oder verlängern?“, „Kleid oder Hose?“. Dabei hat man schon einen kleinen Einblick bekommen, wer die anderen so sind.

In der geschlossenen Gruppe konnten wir uns austauschen und plaudern

Genauer vorgestellt haben wir uns dann in den nächsten Tagen in unserem virtuellen Klassenzimmer bei slack. Das ist ein total einfaches Programm, was wirklich jede schnell gemeistert hat. Für die verschiedenen Themen gibt es verschiedenen Bereiche, so bleibt es recht übersichtlich. Hier haben wir neben der Vorstellungsrunde natürlich vor allem unsere Antworten zu den Aufgaben besprochen und alle möglichen auftretenden Fragen geklärt. Und es wurde auch geplaudert! Nett finde ich bei slack auch die Möglichkeit mit einzelnen private Chats zu führen, nicht nur in der großen Gruppe.

Jede Teilnehmerin kann nach ihrem Zeitplan lernen

Alle zwei bis drei Tage gab es dann eine E-Mail mit einem kleinen Video, in dem Meike über den neuen Teil des Seminars spricht. Dazu ein schriftliches Skript mit allen wichtigen Infos zum Nachlesen. Hier werden auch die Aufgaben sehr verständlich gestellt. Diese konnte jede dann bearbeiten, wann es passt, ganz nach eigenem Zeitplan. Einige Aufgaben waren nur für uns privat gedacht, immer mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen natürlich. Andere Aufgaben haben wir gemeinsam in slack besprochen. Wobei „Aufgaben“ vielleicht falsch verstanden werden könnte. Hier gab es kein Richtig oder Falsch, es ging immer darum, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich darüber Gedanken zu machen.

Viel zu schnell waren wir am Ende des Kurses angelangt. Doch vorher haben wir noch in Lerntandems die letzte Aufgabe besprochen, um dann gut vorbereitet in das Abschlusswebinar zu gehen. Diesmal kam jede ganz gut mit der Technik klar und so konnten wir alle offenen Fragen klären und uns live voneinander und von Meike verabschieden.

Wertschätzender Umgang miteinander machte das lernen besonders

Auch wenn ich noch keine anderen Onlinekurse gemacht habe, konnte ich schnell erkennen, was das Besondere an dieser Art zu lernen ist. Wir haben zwar alle in verschiedenen Ecken von Deutschland allein zuhause die Aufgaben bearbeitet, doch durch das virtuelle Klassenzimmer bei slack haben wir immer sehr schnell eine Rückmeldung zu unseren Ergebnissen oder Fragen bekommen. Nicht nur Meike war während des Kurses gefühlt fast immer online für uns da, sondern alle in der Gruppe haben sich gegenseitig mit Antworten geholfen und meine eigenen Gedankengänge durch ihre Fragen und Ideen angeschoben und erweitert. Nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, die anderen zu kennen, auch wenn ich ihnen nie begegnet bin. Wie in der Nähkommunity üblich war der Umgangston immer freundlich und wertschätzend, so dass sich alle wohl gefühlt haben, soweit ich das beurteilen kann.

Ich darf vielleicht noch anfügen, dass ich mich schon für den Folgekurs „FBA*“ angemeldet habe, der morgen Abend startet…”

Vielen Dank an Katti Rocksaum für diesen anschaulichen Bericht. Ich freue mich sehr, dass sie genau das erlebte, was ich mir für meine Teilnehmerinnen vorgestellt habe. Mehr als 20 Jahre Erwachsenenbildung helfen mir natürlich, Inhalte didaktisch aufzubereiten, aber ein Onlinekurs ist eben nicht das Gleiche, wie ein Workshop, bei dem wir im gleichen Raum miteinander sind, um zu lernen. Ich bin begeistert davon, dass Onlinekurse es uns ermöglichen gemeinsam zu lernen, obwohl wir an ganz unterschiedlichen Ecken der Welt leben und ganz unterschiedlich freie Zeitfenster am Tag oder in der Woche haben. Mit einem Onlinekurs habe ich die Möglichkeit ganz vielen Frauen beizubringen, wie sie Schnittmuster zu Maßschnittmustern machen können. Dank Katti Rocksaums Bericht könnt ihr euch nun noch ein bisschen besser vorstellen, wie so ein Onlinekurs der crafteln akademie abläuft. Habt ihr noch Fragen dazu, dann beantworte ich sie gerne!

* Der Folgekurs von dem Katti Rocksaum spricht ist der FBA-Kurs “Nichts klafft mehr – mit einer FBA Platz für die Brust schaffen” in dem ich dir zeige,

  • wie du deinen Oberkörper vermisst, 
  • die richtige Größe auswählst, bei der du möglichst wenig anpassen mußt
  • wie du Weite für die Brust genau dort einfügst, wo du sie brauchst
  • wie du Oberteile nähst, die an Schultern und Ausschnitt gut passen
  • wie du ein Papierschnittmuster anpasst
  • und wie du ein angepasstes Schnittmuster dann nähst. 

Bei einer Zahlung mit Paypal bis 20 Uhr am 16.5.2018 ist es noch möglich, in den aktuellen Kurs einzusteigen. Ich freue mich auf dich!

💗 Vichy-Karo

Vichy Karo, Vichykaro, Gingham

(Werbung) Garngewebte Stoffe, lassen mein Herz höher schlagen! Es gibt so unendlich viele Stoff auf der Welt und klar, gibt es auch viele tolle Drucke, aber ein Stoff, in dem das Muster gewebt ist, ist doch hochwertiger und muß überhaupt nicht teuer sein! 

Bei einem garngewebten Stoff ist, wie der Name schon sagt, die Faser, die zu einem Garn versponnen wird gefärbt. Das Muster des Stoffes kommt zustande, weil unterschiedliche Garne miteinander verwebt werden. Gerade Karos lassen sich wunderbar weben, weil das Muster so gleichmäßig ist. Ich mag es sehr, wenn die Kett- und Schußfäden unterschiedliche Farben habe, so dass ein Muster entsteht, dass an den Kreuzungen der beiden Streifen etwas dunkler ist. Dadurch wirken diese Karos so plastisch!

Vichy-Karo – gar nicht kleinkariert!

Doch Karo ist nicht gleich Karo. Beim Vichymuster handelt es sich um kleine, gleichmäßige Karos. Typischerweise ist es eine Farbe in Kombination mit weiß. Es gibt aber auch Vichykaros, mit zwei Farben – einer helleren und einer dunklen Farbe. Dieses einfache, minimalistische Design, lädt einfach zum Kreativsein ein. Auch wenn es ursprünglich mal für Bettwäsche und so verwendet wurde und manche Menschen damit Tracht assozieren, würde ich so ein klassisches Muster niemals auf diese Verwendungsmöglichkeiten reduzieren wollen. Gerade dann, wenn das Muster mal ganz anders verwand wird, als klassischerweise damit in Verbindung gebracht, wird es erst spannend!

Vichy Karo, Vichykaro, Gingham

Früher fanden viele Leute solche Karos spießig, heute sind sie wieder im Trend und heißen neudeutsch Gingham. Mir gefällt, dass Webware wieder im Trend ist. Jersey ist ja schön und gut, aber Webware ist wunderbar, um gut passende Kleidungsstücke zu nähen, die aus sich selbst heraus Form haben. Und wenn das Tiptop in lässiger Form genäht wird, ist so ein Webwaretop herrlich luftig und mit dem Vichykaro sommerlich frisch.

Das Schnittmuster für das Tiptop bekommst du noch bis zum 24.5. gratis, wenn du dich über diesen Link für den Newsletter von crafteln anmeldest. 

Kennst du das Textillexikon “Stoff und Faden” von der bekannten Bloggerin Nahtzugabe? Auch sie schreibt dort etwas über den Klassiker “Vichykaro” und freundlicherweise, darf ich daraus dieses lange Zitat in meinen Blogbeitrag einfügen.

“Hätte Brigitte Bardot nicht 1959 in einem Kleid des französischen Designers Jacques Esterel aus weiß-rosa Vichykaro geheiratet, dieser Stoff wäre vielleicht noch lange nur mit Küchengardinen, Schürzen, Kinderkleidung und Tischdecken rustikaler italienischer Restaurants in Verbindung gebracht worden und würde uns hier nicht weiter interessieren. Aber der Glamour einer Bardot brachte den bescheidenen, ländlichen Stoff erst in die Klatschpresse und dann auf die Laufstege, und so wurde aus dem gewebten, zweifarbigen Blockkaro ein ernst zu nehmendes Material für Röcke, Blusen, Hemden und Kleider, das südfranzösisches Flair und eine gewisse unschuldige Verruchtheit ausstrahlt. Benannt ist Vichykaro nach dem französischen Kurort nordwestlich von Lyon, in dem dieser Karostoff aus gekämmter →Baumwolle in Schwarz-weiß und Dunkelbraun-weiß zuerst hergestellt worden sein soll. Nüchtern betrachtet handelt es sich bei Vichykaro um ein gewebtes Karo in Leinwandbindung, das durch abwechselnd weiße und farbige Kett- und Schussfäden entsteht. Beim Weben ergeben sich rein weiße, rein farbige und gemischt weiß-farbige Würfel, der Stoff sieht von beiden Seiten gleich aus. Pepitakaro ist ähnlich, aber in Köperbindung gewebt. Vichykaro ist ein leichter bis mittelschwerer Stoff, meistens aus →Baumwolle, wobei für Bekleidung auch Stoffe aus →Seide oder Chemiefasern hergestellt werden. Klassisches Vichykaro ist oft weiß-blau, weiß-rot oder weiß-schwarz kariert, mittlerweile gibt es aber auch Farbkombinationen wie hellgrün-dunkelgrün, gelb-orange, grau-schwarz, wobei die Karos von zwischen 3mm und 3 oder 4cm groß sein können. Bei großformatigem Vichykaro auf die Karoanschlüsse an den
Nähten achten.” aus dem Textillexikon “Stoff und Faden” S. 144 f von Constanze Derham (hier im Schnittmusterkiosk erhältlich)

Ja genau! In den 50er Jahren war Vichy-Karo schon mal modern, deswegen denke ich bei Vichy nicht an Trachten, sondern an enge “Zigarettenhosen”, mondäne Frauen und fröhliche Gesangseinlagen. Dabei, wenn ich recht darüber nachdenke, dann war meine Babywiege auch mit einem rotweißen Vichykaro ausgestattet.  An was denkst du bei Vichykaro?

Früher Tischdecke, heute Trend

Es ist echt super, dass der gut sortierte Stoff-Onlineshop Pepelinchen meinen Probenäherinnen und mir gewebte Baumwolle mit Vichy-Muster zum Probenähen der Tiptops zur Verfügung gestellt hat. (Du findest die Vichys unter Baumwolle/kariert) Denn gerade diese Einfachheit und Schlichtheit des Musters, hat ganz neue Ideen gezaubert, die ich euch in den nächsten Tagen noch gesondert vorstellen möchte.

Vichy Karo, Vichykaro, Gingham

Die Baumwollwebware mit Vichykaro findest du bei Pepelinchen in 13 Farben (!) für einen tollen Meterpreis von 7,20 € unter der Stoffe/Baumwolle/kariert und die passenden Patches / Applikationen gibt es dort auch. Ab einem Bestellwert von 30€ gibt es die Patches gratis dazu (so lange der Vorrat reicht). Weil ich dir die Materialquelle nenne, die die Stoffe aus den Fotos gesponsort hat, ist der Beitrag mit Werbung markiert. Der Link zum Onlineshop ist ein Affiliate-Link.

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Triff mich auf dem Nähcamp in Dortmund

(Werbung) Ich bin absolut begeistert von dem Konzept Onlinekurse, die es uns ermöglichen, gemeinsam zu lernen, obwohl wir hunderte Kilometer auseinander wohnen, und freue mich schon darauf, wenn am Mittwoch der Onlinekurs “Nichts klafft mehr” richtig losgeht, bei dem ich den Teilnehmerinnen zeige, wie sie mit Hilfe einer FBA (Full Bust Adjustment) Oberteile anpassen können, dass sie an Brust, Schultern und Ausschnitt gut passen. Doch das ist schon für Fortgeschrittene.

Vielleicht möchtest du erst einmal Grundlegendes lernen, um Schnittmuster für dich zu einem Maßschnittmuster zu machen? Dann komm in einen Einsteigerinnenworkshop von mir – die nächste Gelegenheit ist auf dem Nähcamp in Dortmund. 

Schnittmuster anpassen ist nicht schwer – ich zeige dir meinen pragmatischen Weg

Wer mich erst einmal kennenlernen und einen Einblick in meine Methode Schnittmuster anzupassen gewinnen möchte, kann auch erstmal einen Workshop bei mir besuchen. Den nächsten Einsteigerinnenworkshop gebe ich auf dem Nähcamp in Dortmund am Samstag, den 8.6.2018. Ich zeige dir dort, wie du richtig Maß nimmst, Maßtabellen verstehst, die richtige Größe auswählst und das Schnittmuster anpassen eigentlich nicht viel anderes ist, als ein Schnittmuster zu kontrollieren, an den richtigen Stellen aufzuschneiden und zu verschieben.

Nähcamps gibt es dieses Jahr noch in 6 Städten

Nähcamps* sind tolle Nähwochenenden von Elle Puls organisiert. Ist das nicht eine wunderbare Idee, sich ein ganzes Wochenende mit Gleichgesinnten zu treffen, gemeinsam zu Nähen, zu fachsimpeln und noch etwas mehr über das Nähen zu lernen? Ich liebe es, gemeinsam mit anderen Nähbegeisterten zu nähen!

Ein paar Nähcamps haben dieses Jahr schon stattgefunden: München, Dortmund, Kassel, Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt könnt ihr dieses Jahr noch besuchen. Nicht nur in Dortmund, auch in Düsseldorf und Frankfurt werde ich mit Schnittmuster-Anpassen-Workshops mit dabei sein.

Hier sind die Termine weiteren Nähcamps 2018

6.7. bis 8.7. in München

8.6. bis 10.6. in Dortmund inkl. Workshop zum Thema “Schnittmuster anpassen” mit mir.

31.8. bis 2.9. in Kassel

5.10. bis 7.10 in Düsseldorf inkl. Workshop zum Thema “Schnittmuster anpassen” mit mir

9.11. bis 11.11. in Leipzig

30.11. bis 2.12 in Frankfurt inkl. Workshop zum Thema “Schnittmuster anpassen” mit mir

20 zusätzliche Minuten nur für dich

Auf dem Nähcamp in Dortmund biete ich zusätzlich zu meinem Workshop noch Einzelberatungen an. Du bringst ein Schnittmuster mit, das du gerne für dich anpassen würdest oder erzählst mir von deinen Passform-Problemen, die immer wieder kommen und dich schon länger ärgern und wir suchen gemeinsam nach Lösungen. Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren als Coach, Beraterin und in der Erwachsenenbildung und kann sehr gut, sehr schnell Probleme erfassen und verstehen, was dahinter liegt. Melde dich für das Nähcamp an und buche eine Einzelberatung (zusätzliche Investition 35 €, Buchung per Mail an Elle Puls) dazu. Ich möchte dir sehr gerne dabei helfen, dir die Kleidung zu nähen, von der du träumst, denn ich bin fest davon überzeugt: gut passende Kleidung macht stark und schön!

* Die Links zu den Nähcamps sind Affiliatelinks. Wenn du sie klickst, bekommst du mehr Informationen über die jeweilige Veranstaltung. Meldest du dich über diesen Link an, bekomme ich eine kleine Provision für die Vermittlung. Deswegen ist dieser Beitrag mit “Werbung” gekennzeichnet. 

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Ein Geschenk für dich!

Gratis Schnittmuster, Freebie, kostenloses Schnittmuster

Unser neues Schnittmuster Tiptop ist einfach so großartig, dass ich es dir schenken möchte. Bis zum 24.5. kannst du es dir gratis herunterladen, wenn du dich für unseren Newsletter registrierst.* Du erhältst eine Anleitung und ein DIN A4-Schnittmuster zum Zusammenkleben. Möchtest du gerne auch eine A0-Datei zum plotten lassen, dann kannst du das Schnittmuster auch schon jetzt kaufen

Tiptop Größe 9

Das Tiptop ist ein einfaches, schnell zu nähendes Oberteil mit angeschnittenen Ärmeln (oder ohne Ärmel) und einem Brustabnäher. Das Rückenteil kann gut über eine Naht an der hinteren Mitte angepasst werden. Für alle, die mit einer FBA (Full Bust Adjustment) das Vorderteil anpassen möchten, ist der Brustpunkt sowie der Armlochverlauf im Schnittmuster angegeben. Mit optionalen Taillenabnähern kann das Tiptop noch mehr auf Figur angepasst werden.

Abonniere unseren Newsletter* und du bekommst das Schnittmuster gratis

Registriere dich mit diesem Link für unseren Newsletter* und lade dir das Schnittmuster kostenlos runter! *klick*

Tiptop Größe 1

 

Näh dir ein Tiptop in einer Stunde!

Meine wunderbar kreativen Probenäherinnen haben so unterschiedliche Tiptops genäht, obwohl sie alle den gleichen Vichy-Karo-Stoff (in unterschiedlichen Farben) und einen Patch nutzten.

Mit dem Tiptop möchte ich auch dich zum Spielen einladen. Übe an diesem einfachen Top, ein Schnittmuster für dich zum Maßschnittmuster zu machen oder einen Schnitt nach deinen Wünschen zu ändern. Ein sommerliches Oberteil ohne Ärmel eignet sich dafür besonders gut, da es schnell genäht ist, du mit wenig Stoff auskommst und damit kein größeres Risiko eingehst. Nähe das Tiptop aus günstiger Webware in vielen Varianten!

*Du hast unseren Newsletter schon abonniert? Keine Sorge, dann schau in dein Postfach, dort findest du heute unsere aktuelle Mail mit den Downloadlinks.

Möchtest du dein Tiptop wie unsere Designbeispiele aus Baumwolle mit Vichykaro nähen? Wenn du den Stoff bei unserer Kooperationspartnerin pepelinchen.de bestellst, bekommst du ab einem Bestellwert über 30€ die Blumenranke zum Aufbügeln (solange verfügbar) gratis dazu.

Sag es gerne weiter!

Mit diesem Schnittmuster möchte ich die Angebote von crafteln, unsere Schnittmuster und Onlinekurse, bekannter machen. Es würde mich freuen, wenn du anderen von crafteln und diesem Schnittmuster-Geschenk erzählst!

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Kleid Nr 1 von rosa p mit einer FBA vergrößern – Teil 1

“Mach du das!”, sagte Rike von rosa p. zu mir, “Zeig’ du den Plus-Size-Frauen, wie sie das Kleid Nr 1 aus meiner Kollektion, für sich passend machen können. Du bist die Expertin für selbstgenähte Große-Größen-Kleidung!” Stimmt! Gute Idee! Schließlich weiß ich, wie das geht und bringe es auch anderen gerne bei. Zum Beispiel in meinem aktuellen Kurs, in dem du genau das, was ich dir in  den beiden Blogartikeln zeige, lernen kannst. Es ist möglich, Kleid Nr.1 und ganz viele andere Schnitte, die es nicht bis zu deiner Größe gibt, für dich zu vergrößern. Du kannst es lernen und ich bin dir gerne behilflich dabei. Aber jetzt schau erst mal, wie ich es mache. 

Kleid 1* von rosa p gibt es als digitales Schnittmuster und als Papierschnittmuster und das in vier Größen. Die größte Größe, XL, die einer 46/48 entspricht, ist zwar groß, aber nicht groß genug für mich. Kein Grund traurig zu sein, denn ein Blick auf die Schnittführung und in die Maßtabellen ließ mich vermuten, dass es gar nicht so schwer sein würde, das Kleid Nr. 1 für mich passend zu machen. Das Rückenteil ausmessend erkannte ich, dass es hinten gut passen würde – aber “vornerum”, fehlten dem Schnittmuster eindeutig ein paar Zentimeter. Das erstaunte mich nicht, denn die meisten Schnittmuster werden für eine Körbchengröße B oder C entworfen. Meine Brust ist größer, also ist es auch logisch, dass ich insbesondere auch vorne mehr Weite in einem Kleidungstück brauche.

Mache ein Schnittmuster zu einem Maßschnitt, statt einfach drauf los zu nähen

Die Fertigmaßtabelle verriet mir, dass das Kleidungsstück in der größten Größe auf Brusthöhe 120 cm breit wird. Aus der Körpermaßtabelle entnahm ich, dass dies für eine Brustweite von 107 cm entworfen wurde. Daraus schloß ich, dass in dem Kleid 13 cm Mehrweite als Bequemlichkeits- und Designzugabe stecken soll, insbesondere dann, wenn es aus einem weniger elastischen Stoff genäht wird. Das gilt es zu beachten, wenn ich keine “Wursthaut” nähen möchte, auch wenn es natürlich von Stoff zu Stoff unterschiedlich sein kann, wieviel Mehrweite gebraucht wird. Ich beschloss es mit einem festen, sehr elastischen Jersey (mit 8% Elasthan) zu versuchen und dafür nicht ganz so viel Zugabe einzuplanen. Für Webware hätte ich die 13 Zentimeter auf jeden Fall mit einkalkuliert.

Auf dem Bild seht ihr meine Rechnung. Mein Brustumfang von 129 cm liegt weit über den in der Körpermaßtabelle angegebenen 107 cm. Doch mein Oberbrustumfang ist “nur” 110 cm. Die Differenz zwischen Brustumfang und Oberbrustumfang ergibt sich, weil ich eine große Körbchengröße habe. Mein Brustkorb, quasi ohne Brüste, ist fast identisch mit der Weite der größten Größe. Das Kleid würde mir also an Rücken und Schultern gut passen, wenn ich diese Größe nähe und den Platz für die Brüste in das Schnittmuster einfüge.

Schnittmusteranpassungen mache ich immer am halben Schnittmuster. Deswegen teilte ich die Differenz aus Brustumfang und Oberbrustumfang durch 2. Ganze 19 Zentimeter müsste mein Kleid vorne weiter werden, deswegen beschloss ich das halbe Vorderteil um 9.5 cm verbreitern.

 


Du verstehst hier nur “chinesisch”, möchtest Kleid Nr. 1 (oder andere Kleider und Oberteile) auch gerne in einer größeren Größe als verfügbar nähen? Dann komm in meinen Online-Kurs, der am 13.5. startet, dort kannst du es lernen!


Mit einer FBA wählst du eine kleinere Größe und fügst anschließend Weite für die Brust in das Schnittmuster ein

Die Methode, ein Schnittmuster nach dem Oberbrustumfang auszuwählen und dann die benötigte Weite für die Brust einzufügen nennt sich FBA (Full Bust Adjustment). Ich liebe diese Methode, die so vielen dicken Frauen und Frauen mit großen Brüsten helfen kann. Deswegen ist es mir ein Anliegen, möglichst viele Frauen dabei zu unterstützen, zu lernen, wie mit Hilfe einer FBA ein Oberteil toll angepasst werden kann. Aber die deutsche Übersetzung von FBA “kombinierte Weiten- und Längenanpassung im Brustbereich” finde ich nicht wirklich charmant. Deswegen sage ich stets FBA und wie das geht, das zeige ich dir jetzt.

Das Schnittmuster wird unterhalb der Brust, durch den Brustpunkt hindurch bis kurz vor dem Armloch aufgeschnitten und auseinander gezogen. Das Großartige an der FBA ist, dass das Vorderteil verbreitert wird, ohne dass sich die Schulterbreite, der Halsausschnitt oder die Armlochlänge verändert. Alle anderen Änderungen, die ich probierte, um Weite für die Brust einzufügen, führten immer zu endlichen “Anpassungsorgien”. Mit der FBA ändere ich vor dem Zuschnitt das Schnittmuster und komme viel schneller zum Ziel.

Das Schnittmuster wird aufgeschnitten und auseinander gezogen. Durch eine FBA verändert sich die Form des Armlochs, aber der Ärmel muß nicht geändert werden, denn er passt nach wie vor hinein. Es entsteht ein (weiterer) Brustabnäher. “Weiterer” deshalb, weil Kleid Nr. 1 eigentlich schon einen Brustabnäher hat. Wir konstruieren mit der FBA sozusagen einen zweiten Brustabnäher, damit mehr Platz für die Brust entsteht. Aber keine Sorge, am Ende bleiben keine zwei Abnäher! Ich zeige dir auch, wie du die Abnäher zusammenlegst, damit das ursprüngliche Design erhalten bleibt.

FBA, Kleid Nr. 1, rosa p

Um herauszufinden, wo das Schnittmuster aufgeschnitten werden soll, mußt du deinen Brustpunkt im Schnittmuster einzeichnen. Du misst die Brusttiefe von der Schulter bis zur stärksten Stelle der Brust und den Abstand zwischen einer Brust und der vorderen Mitte. Am Schnittmuster misst du auf die gleiche Weite und zeichnest den Brustpunkt ein.

Wenn du große Brüste hast, auf die die Schwerkraft bereits Wirkung zeigte, dann liegt dein Brustpunkt möglicherweise so wie auf dem Bild, etwas unter dem Brustpunkt des Schnittmusters (leicht zu finden, denn da zeigt die Spitze des Abnäheres darauf). Das ist aber nichts, was uns verunsichern sollte, aber eine wichtige Information zum Schnittmuster anpassen, denn schließlich wollen wir die Weite für die Brust genau dort einfügen, wo sie gebraucht wird.

Der erste Einschnitt im Schnittmuster erfolgt parallel zur vorderen Mitte, durch den Brustpunkt hin zu “1/3 Armloch”. Du misst das Armloch des Vorderteils aus und markierst ein Drittel der Strecke von der Seitennaht gesehen.

Einen zweiten Schnitt braucht es um das Schnittmuster auseinander ziehen zu können, von der Seitennaht bis kurz vor den Brustpunkt. Du kannst diesen Schnitt von dem Punkt, an dem der untere Schenkel des vorhandenen Brustabnähers die Seitennaht kreuzt machen. Das ist die einfachste Lösung. Ich habe allerdings einen anderen Startpunkt für den Einschnitt gewählt: kurz über der Taille, weil ich Abnäher, die aus der Taille kommen, sehr schick finde.

Fortsetzung folgt!

Das wird ein langer Blogbeitrag! Deswegen habe ich ihn in zwei Teile geteilt, obwohl es jetzt, nach Vorüberlegungen und Vorbereitungen erst richtig los geht mit der FBA. Im nächsten Schritt wird das Schnittteil um die gewünschte Mehrweite auseinander gezogen, Papier eingefügt und der Abnäher neu eingezeichnet. Wie das geht, zeige ich dir im nächsten Blogbeitrag.

Du findest es spannend Schnittmuster anzupassen, weißt aber noch nicht so recht wie es geht oder traust dich nicht? Wenn du keinen Blogartikel mehr zum Thema verpassen und zu meinen Kursen eingeladen werden möchtest, dann melde dich für meinen Newsletter an. 





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Gemeinsam sind wir stark – Kooperation mit rosa p.

Frau Nahtzugabe, Frau Crafteln, die Komplizin und rosa p. hecken was aus

Alles alleine zu machen ist unmöglich und gemeinsam ist es außerdem viel schöner. Aus diesem Grund bin ich in engem Austausch mit Frauen, die ebenso wie ich, im Bereich Nähen von Erwachsenenkleidung Dienstleistungen und Produkte anbieten. Was uns verbindet ist die Überzeugung, dass Kooperation uns weiter bringt, als Konkurrenz. Einen regelmäßigen Austausch hinter den Kulissen pflege ich mit Rike von rosa p. schon länger und heute freue ich mich euch mitteilen zu können, dass wir nun auch offiziell etwas gemeinsam machen.

Rosa p. Schnittmuster sind zeitlos, einfach umzusetzen und deswegen auch sehr beliebt. Doch wie bei so vielen Schnittmusteranbietern ist es auch für rosa p. nicht einfach, das gesamte Größenspektrum zu bedienen. Für die größeren Größen braucht es ein anderes Schnittmuster, andere Schnittdetails, um die gleiche Silhouette zu erreichen. Das ist große Schnittkunst und Extra-Arbeit, die auch extra bezahlt werden muß. Ich kann aus der Erfahrung mit unseren Schnittmustern gut verstehen, dass nicht jedes Schnittlabel so einen Aufwand betreiben möchte.

Große Größen-Kleidung wird besser mit  Schnittmustern nach Maß

Im Plus-Size-Bereich ist es auch deswegen nicht leicht, auf Anhieb wirklich gut passende Schnittmuster anzubieten, weil die Unterschiedlichkeiten der Körper noch größer sind: Hier kann “das Mehr” bei der Einen sitzen, dort bei der anderen. Deswegen ist es bei den großen Größen auch noch viel notwendiger, Schnittmuster auszumessen, zu kontrollieren und aus einem gekauften Schnittmuster ein Schnittmuster nach Maß zu erstellen. Und genau dafür bin ich da. Ich bin diejenige, die euch gerne zeigt, wie es geht.

Zum Start unserer Zusammenarbeit zeige ich euch in zwei Blogbeiträgen, wie ich Kleid Nr. 1 von rosa p. mit einer FBA vergrößert habe. Der erste Beitrag erscheint schon morgen.

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