Trau dich, Schnittmuster anpassen ist nicht so schwer!

 

Wenn ich unterrichte, gibt es manchmal magische Momente. Sie fühlen sich ein bisschen so an, als wäre ich Wicki, würde beim Nachdenken unter meiner Nase streichen und bei “ich habs” fliegen lauter Sternchen um meinen Kopf. Ihr wisst, was ich meine, oder?! Es sind solche Aha-Momente, wenn eine neue Erkenntnis freigesetzt wird. Ich höre buchstäblich, wie bei den Lernenden die Groschen fallen und gleichzeitig merke ich, dass die Art und Weise, wie ich das erklärt habe nun auf den Punkt ist.

Nur Mut! Du kannst nichts falsch machen. Es kann nur besser werden.

Im letzten Webinar gab es so einen kleinen Moment. Eine Teilnehmerin bedankte sich bei mir, weil ich ihr die Angst genommen hatte und sie nun motiviert wäre, das Thema Schnittanpassungen zu versuchen. Ja genau, darum mache ich das. Ich will dir, ich will euch die Angst nehmen und deswegen sollte ich noch viel öfter sagen “du kannst nichts falsch machen, denn es kann nur besser werden, wenn du mit deinen eigenen Maßen arbeitest!”. Damit ich das nicht vergesse, schreibe ich mal gleich einen Blogpost dazu 🙂

Natürlich können wir Fehler machen! Es kann passieren, dass wir Zahlen verwechseln oder einen Denkfehler machen. Aber im Grunde kann ein Schnittmuster, das wir auf die Maße unseres Körpers anpassen, nur besser werden, denn wenn wir es nicht tun würden, wäre es ein einziges Glücksspiel.

Wenn Kleidungstück ohne Änderungen passt, ist es ein glücklicher Zufall

Massenkonfektion und Schnittmuster sind für Durchschnittskörper gemacht. Konfektionsgrößen sind Annahmen darüber, wie am geschicktesten ein ganzer Haufen sehr unterschiedlicher Körper in Grüppchen aufgeteilt werden könnte, um allen, ungefähr passende Kleidung bzw. Schnittmuster anbieten zu können. Wenn dir ein Kleidungsstück einer Marke oder ein Schnittmuster ohne Änderungen passt, dann ist das ein glücklicher Zufall. Die allermeisten Menschen müssen Zugeständnisse an die Passform machen. Viele Menschen, die Kaufkleidung tragen, merken das noch nicht mal, weil sie diese Zugeständnisse gewöhnt sind. Andere schieben es auf sich und sprechen von “ihren zu langen Armen”, statt von “Ärmeln, die schlichtweg zu kurz für sie sind”. Wir Näherinnen hoffen auf die perfekte Passform nach dem Motto “wenn ich es schon selbst mache, dann soll es auch perfekt für mich sein” und sind dementsprechend viel kritischer und nicht mehr bereit, Zugeständnisse zu machen.

Der logische Schluss ist: mache Schnittmuster zu Maßschnittmustern! Nutze die Erkenntnisse, die du über deinen Körper hast und verändere dementsprechend das Schnittmuster. Ein besonders wertvolles Hilfsmittel sind deine Maße. Wenn du bestimmte Körpermaße kennst, kannst du die Größe auswählen,  bei der du möglichst wenig Ändern mußt. Wenn du noch weitere Körpermaße kennst, kannst du das Schnittmuster dementsprechend anpassen, dass es zu deinem Körper passt.

Ändere dort, wo du Änderungen brauchst!

Die Vorgehensweise ist letztlich ganz simpel: füge immer dort Weite ein, wo du Weite benötigst und nimm dort Weite weg, wo du sie nicht brauchst. Und jetzt kannst du je nach Körperform und Körpergröße das Wort “Weite” beliebig durch Länge/Kürze oder Minus-Weite ersetzen.

Lass dich nicht davon irritieren, wenn in einem Schnittmuster die Taille an einer anderen Stelle sitzt, als an deinem Körper. Verschiebe die Taillenrundung, so dass sie für dich an der richtigen Stelle sitzt. Ärgere dich nicht über Abnäher, die falsch sitzen. Verschiebe die Abnäher im Schnittmuster, so dass sie deine Rundungen umschmeicheln und gekonnt in Szene setzen. Das  alles kannst du lernen und es ist weit weniger kompliziert, als du vielleicht denkst.

Es lohnt sich!

Natürlich lernst du das nicht in einer Stunde, ein bisschen Zeit und Mühe mußt du schon investieren. Aber es lohnt sich! Was gibt es schöneres, als sich in gut passender Kleidung einfach pudelwohl zu fühlen. Zugegeben: nach oben hin ist immer noch Spiel. Es kommt darauf an, wie hoch du die Latte hängst. Je mehr du über das “Problem” nachdenkst, umso mehr wirst du über Zugfalten hier und Assymetrien dort nachdenken. Aber zwischen “sitzt gar nicht” bzw. “ich kann den Arm nicht heben” und “sitzt wie maßgeschneidert” sind eine ganze Reihe Zwischenstufen, die du dir nach und nach erarbeiten kannst. Jede Stufe wird dir große Freude bereiten und schon auf der ersten Stufe fühlst du, wie viel besser sich Kleidung anfühlen kann, die die Form deines Körpers berücksichtigt und nicht “für irgendjemand” entworfen wurde. Deswegen fang einfach an und gehe die ersten Schritte. Schluß mit Zuppeln und Unwohlsein! Du kannst es nur besser machen, wenn du Schnittmuster anpasst.

Wähle die richtige Größe, bei der du so wenig wie möglich anpassen mußt

Am 16.3.. startet mein nächster Onlinekurs “Auf Nummer sicher – aber jetzt wählst du immer die richtige Größe für dein Nähprojekt”. Dort lernst du nicht nur, wie du misst und wie du Maßtabellen aufgrund deiner Messergebnisse interpretierst. Ich zeige dir, wie du die richtige Größe auswählst mit der du möglichst wenig anpassen mußt und du weißt anschließend, was du am Schnittmuster ändern kannst. Das ist der erste große Schritt zu Maßschnittmustern. Ich würde dich gerne an die Hand nehmen und dir Mut machen, denn es ist leichter, als du vielleicht denkst. Vielleicht sehen wir uns im Kurs? Wenn du Fragen zu dem Onlinekurs hast, schreibe mir eine Mail an fragen @ crafteln.de.

Lust auf ein Webinar, in dem du mich kennenlernen kannst und bei dem ich dir etwas über Maßtabellen erzähle? Am Dienstag Abend ist es wieder so weit: lausche mir per Video über das Internet und stelle mir Fragen im Chat. Informationen und eine Anmeldung gibt es hier *klick*. 

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