“Schnittmuster anpassen”- Workshops und mehr auf dem Lillestofffestival

Auch dieses Jahr habe ich wieder vier Workshops zum Thema Schnittmuster anpassen auf dem Lillestofffestival gegeben und das war toll.

Es bereitet mir so viel Freude, Menschen zu erklären, wie sie für sich Kleidung mit einer besseren Passform nähen können – ohne zwischendurch zu verzweifeln und im Nachhinein noch stundenlang anpassen zu müssen. Es ist so wunderbar zu hören beobachten, wie die Groschen fallen und die Erkenntnis sackt, dass Schnittmuster anpassen eigentlich viel weniger schwer ist, als vermutet.

Mein “Nichts klafft mehr”-Workshop und der “Oberteile anpassen für Große Größen”-Workshop sind für mich zwar mittlerweile Routine, aber für die Teilnehmerinnen natürlich nicht. Das bedeutet letztlich nur, dass ich frei spreche, ohne auf meine Notizen zu schauen und nicht, dass alle sofort verstehen, was ich meine. Besonders, wenn frau denkt, dass Schnittmuster anpassen ungemein kompliziert ist, sind das zunächst natürlich erst mal “böhmische Dörfer” von denen ich spreche. Umso mehr freue ich mich, wenn hinter zurück gemeldet wird “das ist ja gar nicht so schwer!”. Genau! Frau muss es nur tun!

Nicht zu vergessen, dass es auf dem Lillestofffestival laut ist. Wir haben keinen abgeschlossenen Workshopsraum, in dem es ruhig und entspannt zu geht, sondern sind in einer großen Halle, in der noch mindestens 10 andere Workshops gleichzeitig stattfinden. Wenn ich dann mit meinem Unterricht komme, der weitaus weniger “zum Anfassen” ist, als ein Kleidungsstück gemeinsam zu nähen, dann braucht das für die Teilnehmerinnen viel Interesse und Konzentration. Hut ab, dass ihr euch darauf eingelassen und so toll mitgemacht habt! Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich anschließend die Rückmeldung bekomme, dass die Teilnehmerinnen am liebsten gleich das Gelernte umsetzen wollen und keine Angst mehr haben, Schnittmuster für sich zu einem Maßschnittmuster zu machen.

Für alle, die noch nie auf dem Lillestofffestival waren. Das ist wirklich unglaublich, da treffe sich nicht nur hunderte von Frauen mit ihren Nähmaschinen um gemeinsam zu nähen. Nein, dieses Jahr waren es wohl mehr als 1000. Dazu gibt es parallel 18 Workshops mit ganz unterschiedlichen Themen, die dazu gebucht werden können. Das ist wirklich der Wahnsinn und ich bin schwer beeindruckt, über die (fast) perfekte Organisation so eines großen Events. Und natürlich freue ich mich, das mein Workshop nicht unten in der Halle stattfand, sondern in der Workshop-Area im dritten Stock. So war es zwar auch ein großer Raum mit parallel stattfindenden Veranstaltungen, aber doch etwas entfernt vom größten Trubel.

Der große Unterschied für mich im Vergleich zum letzten Jahr auf dem Lillestofffestival war, dass ich dieses Jahr nicht nur als Dozentin anwesenden war, sondern auch als Schnittmusterverlegerin. Ich hatte diverse fertige, nach unseren Schnittmustern genähte Kleidungsstücke dabei, die von den Festivalteilnehmerinnen anprobiert werden konnten. Natürlich konnte ich nicht alle Variationen und Größen dabei haben, aber es war trotzdem für alle toll, mal anzufassen, welche Stoffe zum Einsatz kamen und wie das Kleidungsstück – selbst wenn es noch nicht die optimale Größe ist – von der Silhouette her, am eigenen Körper wirken könnte. Wir Hobbynäherinnen brauchen ja viel Fantasie im Vorfeld, um ein Schnittmuster auszuwählen: wie wird das fertige Kleidungsstück wohl an mir aussehen?

Ich bin am überlegen, wie es solche “Anprobiermöglichkeiten” noch öfters geben könnte, denn diese Angebot wurde begeistert angenommen. Es war nicht nur wunderschön zu sehen, wie prima ein und dasselbe Kleidungsstück an ganz unterschiedlichen Figuren aussieht, es war natürlich auch klasse die Begeisterung mitzubekommen, die diese Schnitte auslösten. Vielen Dank dafür!

Für mich bedeutete diese Doppelrolle natürlich auch in den Pausen zu den Schnittmustern Rede und Antwort zu stehen, aber das habe ich wirklich gerne gemacht. Doch ohne die Unterstützung meiner bezaubernden Assistentin Frau Masulzke wäre das nicht möglich gewesen. Sie versorgte mich mit Essen und Trinken, machte die wunderbaren Fotos dieses Blogbeitrages und beriet bei den Anproben. Vielen Dank dafür! Das war wirklich eine wunderbare Unterstützung!

Das ist keine Wurst, das ist ein Knitterkleid

Für mich ist das Lillestofffestival zudem noch die Gelegenheit, mich mit den Kolleginnen intensiv auszutauschen, mit denen ich sonst nur telefonieren und mailen kann. Der Austausch von Eindrücken und Einschätzungen stärkt mich sehr und ich finde es jedesmal wieder wahnsinnig spannend, wie die Ideen sprudeln, wenn wir miteinander im Kontakt sind. Ihr kennt natürlich die Damen auf dem Foto, oder? Das sind rosa p, die Komplizin Dana Lübke und Frau Nahtzugabe! Seid gespannt, was wir wieder ausgeheckt haben. Ich bin zwar nach dem Festival jetzt erstmal todmüde, aber gleichzeitig voller neuer Ideen, die ausprobiert werden wollen.

Frau Nahtzugabe, Frau Crafteln, Frau Komplizin und Frau rosa p hecken aus

Ein Bild habe ich noch, denn es zeigt etwas, was mich wirklich glücklich macht. Wenn Frauen zu mir kommen und glücklich zeigen, was sie aus einem Schnittmuster von crafteln genäht haben, dann wärmt das mein Herz sehr. In jedem Schnittmuster steckt von A bis Z so viel Arbeit, aber wenn es Menschen glücklich macht, dann lohnt sich jede Sekunde, die mein Team und ich da hineingesteckt haben. 1000 Dank fürs Zeigen!

Der wunderschöne Stadtmantel einer Workshopteilnehmerin

Öfters als einmal im Jahr würde ich so eine Mammut-Veranstaltung nicht überleben, aber einmal im Jahr ist dieser Wahnsinn auch gleichzeitig wahnsinnig toll. Und kaum ist es vorbei, freue ich mich auf die nächsten Workshops. Die gibt es noch diesen Monat auf der Nähmesse in Hamburg. Schaut gerne am 30. September oder 1. Oktober vorbei! Bucht einen Workshop oder kommt mich in den Pausen besuchen. Auch dort werde ich wieder Kleider, nach unseren Schnittmustern genäht, zum Anprobieren mitbringen!

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